München, 11. Februar 2026 – Wie können wir ressourcenschonend wirtschaften? Was fördert das soziale Miteinander? Welche Techniken, Materialien und Traditionen führen zu nachhaltigen Produkten? Und vor allem: Welche Rolle spielt das Handwerk auf dem Weg in eine lebenswerte Zukunft? Zu diesen Fragen präsentiert die EXEMPLAmünchen 2026 konkrete Lösungsansätze aus den unterschiedlichsten Bereichen des Handwerks. Handwerk braucht Haltung: Es verbindet technisches Können mit einem tiefen Verständnis für Materialien und Verantwortungsbewusstsein. Deshalb ist gutes Handwerk immer auch ein gesellschaftlicher Prozess. Handwerk stärkt die Region, schafft Gemeinschaft und bewahrt wichtige Werte. Es ist aber auch experimentierfreudig und anpassungsfähig, erprobt gern neue Techniken und Materialien – mit Augenmaß und Menschlichkeit. Denn im Handwerk geht es nicht um kurzfristige Effekte, sondern um Dauerhaftigkeit. Dinge werden nicht nur hergestellt, sie werden auch gepflegt, repariert und weitergedacht. Kurz gesagt: Handwerk kann Zukunft!
Zukunft gestalten – jetzt!
Die EXEMPLAmünchen 2026 zeigt für all das konkrete Beispiele. Als „lebendige Werkstätten“ führen die Macherinnen und Macher ihre Arbeit und ihre Produkte live vor Ort vor und beantworten die Fragen des Publikums.
Ein Paradebeispiel für die Verbindung von Tradition und innovativen Ideen zugunsten des Umweltschutzes ist ein Kaltziegel aus 100 % Ziegel-Rezyklaten von Leipfinger-Bader.
In Deutschland fallen jährlich mehr als 200 Millionen Tonnen Bauabfälle an. Als erster Ziegelhersteller in Deutschland nahm Leipfinger-Bader 2020 eine eigene Recyclinganlage für Abbruchziegel in Betrieb.
Neue Mauern aus alten Ziegeln
Auf der EXEMPLAmünchen präsentiert das Unternehmen u.a. eine einen Mauerziegel für den Innenwandbau, der zu 100 % aus recyceltem Ziegelmaterial besteht. In der firmeneigenen Recyclinganlage werden Ziegelreste mechanisch aufbereitet, vom Dämmstoff getrennt, zerkleinert und mit einer speziellen Bindemittelmischung versehen. Der Kaltziegel kommt damit ganz ohne energieintensiven Brennprozess aus.
Auch bei Voodin Blade Technology dreht sich alles um Recycling: Die Firma aus Lichtenfels in Oberfranken entwickelt Rotorblätter aus Holz. Gängige Rotorblätter bestehen aus Glas- oder Carbonfasern. Weil sie nur schwer zu recyclen sind, landen sie häufig auf dem Müll oder werden verbrannt. Das belastet die Umwelt und ist ein Schwachpunkt der sonst so ressourcenschonenden Windkraft-Technik.
Die Rotorblätter der Zukunft sind aus Holz
Voodin Blade Technology nutzt für seine Rotorblätter stattdessen Furnierschichtholz (LVL). Drei Windräder mit Blättern in einer Länge von 20 Metern wurden bereits erfolgreich installiert, größere Rotorblätter sind in der Entwicklung. Neben dem Umweltschutz-Aspekt stärken die Furnierholzblätter die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Europäischen Union: Während viele Teile der Glasfaser- und Carbonblätter heute außerhalb Europas gefertigt werden, können die Rotorblätter aus Furnierholz in der EU hergestellt werden.
Den Standort stärken durch Kunsthandwerk: Das ist auch der dänischen Insel Bornholm gelungen. Dutzende Keramikerinnen, Glasmacher, Schmuckgestalter, Holz-, Metall- und Textilkünstlerinnen leben auf der Insel und sorgen für die höchste Konzentration an Kunsthandwerkerinnen in ganz Dänemark.
Kunsthandwerk als Touristenmagnet
Verantwortliche aus Politik, Kunsthandwerk und Tourismus haben die lebendige Szene gestärkt und die Insel gezielt als „Maker’s Island Bronholm“ vermarktet. Das Ergebnis: 2017 wurde Bornholm vom „World Craft Council“ als erste Region Europas zur „World Craft Region“ ernannt. Das Engagement hat sich gelohnt: Die Insel ist international sichtbarer geworden und zieht mit ihrem Kunsthandwerk viele Gäste an. 2022 gab fast die Hälfte alle befragten Touristinnen an, dass Kunst- und Kunsthandwerkserlebnisse für sie zu den wichtigsten Angeboten auf der Insel gehören.
Stellvertretend für viele andere Werkstätten auf Bornholm präsentiert die EXEMPLAmünchen 2026 das Glød Glas Studio der Glasmacher Lene Dahl Jacobsen and Tobias Sode. Die grafischen Muster ihrer Vasen, Schalen und Karaffen entstehen in vielen komplizierten Arbeitsschritten, feine Linien durchziehen das Glas in schwungvollen, in sich gedrehten Spiralen, als habe man gemusterte Stoffe gezwirbelt und zu Eis gefroren.
Neue Wege im Holzbau
Wie innovativ Handwerk sein kann, zeigt der Fachbereich Experimentelles und Digitales Entwerfen und Konstruieren (EDEK) der Universität Kassel. Auf der EXEMPLAmünchen 2026 zeigen die jungen Forscherinnen u.a. das Holzbau-Projekt „HOME“. Ein interdisziplinäres Team entwickelte Akustiktrennwände aus einem Holz-Myzel-Bioverbundwerkstoff. Myzelium ist das wurzelartige Geflecht von Pilzen. Das Myzel verbessert die mechanischen Eigenschaften des Holzverbundstoffs erheblich, es wirkt vor allem schalldämpfend und isolierend. Für eine bessere Tragfähigkeit wurde das Myzel mit dreidimensionalen Gitterstrukturen aus Furnierbändern aus Ahornholz kombiniert.
Reparieren heißt Wertschätzen
Der Reparaturkultur huldigt die EXEMPLAmünchen 2026 gleich auf mehrfache Weise: Die Künstlerin Ai Moliya führt vor Ort vor, wie man mit der japanischen Kintsugi-Technik zerbrochene Keramik reparieren kann. Mit Hilfe von Urushi – einem natürlichen Lack aus Baumharz – werden die Scherben wasserfest geklebt und gleichzeitig mit Gold farblich betont: Die Reparatur ist hier kein Mangel, sondern spiegelt die Wertschätzung gegenüber dem Objekt, das dank der goldenen Adern nach der Reparatur oft noch schöner ist.
Ähnlich hält es die Britin Celia Pym: Sie hat sich auf die Reparatur von Textilien spezialisiert. Schäden an Kleidung entstehen vor allem, wenn sie häufig getragen werden. Stopft und flickt man sie so, dass die Reparatur sichtbar bleibt, wird sie zum Symbol der Wertschätzung, die der Träger seiner Kleidung beimisst.
Handwerk schafft Gemeinschaft
Auch die soziale Komponente des Handwerks findet ihren Niederschlag auf der EXEMPLAmünchen 2026: Die Justizvollzugsanstalt Neuburg-Herrenwörth informiert über verschiedene Möglichkeiten der beruflichen Qualifizierung im Jugendstrafvollzug. In den anstaltsinternen Werkstätten können während der Haftzeit verschiedene Ausbildungsberufe erlernt werden, darunter Metallbauer, Schreiner, Maler und Lackierer, Anlagenmechaniker, Elektroniker, Metzger und Koch. Die Zwischen- oder Gesellenprüfungen werden nach der Haft anerkannt. So können die jungen Menschen nach ihrer Entlassung auf eine Anstellung hoffen – ein wichtiger Baustein, um wieder Fuß zu fassen.
Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, ressourcenschonende Produktion, Gemeinschaft und soziale Fairness sind die Themen der Zukunft. Und es sind die Themen der EXEMPLAmünchen 2026!
Weitere Informationen zur Messe unter www.ihm-handwerk-design.com.
Über die «Handwerk & Design»
Als Teil der Internationalen Handwerksmesse entstand 2008 die «Handwerk & Design». Die Idee dahinter ist, herausragende Leistungen aus Handwerk, Kunsthandwerk und Design unter einem Dach auf der Internationalen Handwerksmesse zu bündeln. Während der Internationalen Handwerksmesse dreht sich in der Halle B1 auf dem Messegelände München alles um den Zusammenschluss aus handwerklichem Können und guter Gestaltung. Die «Handwerk & Design» ist geprägt durch zahlreiche Sonderschauen, wie die EXEMPLAmünchen, die SCHMUCKmünchen, die TALENTEmünchen – Meister der Zukunft.
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